Nadine Krüger über Verantwortung, Menschlichkeit und das Berntor
Manchmal entscheidet ein Buchstabe über den Lebensweg. Bei Nadine Krüger war es das «P»: Polizei oder Pflege. Heute ist sie froh, dass sie sich für die Pflege entschieden hat. Seit rund sieben Monaten leitet sie die Solviva-Care-Standorte Berntor in Thun und Chappele in Seftigen. In diesem Interview erzählt sie, warum gute Pflege für sie weit mehr ist als eine professionelle Aufgabe – und weshalb Menschlichkeit den Unterschied macht.
Warum Pflege?
Du wolltest ursprünglich zur Polizei. Warum wurde es am Ende doch die Pflege?
Schon mit vierzehn Jahren interessierte ich mich für die Arbeit mit Menschen. Mich faszinierte, wie viel Zeit, Aufmerksamkeit und Fürsorge bewirken können. Einen einzelnen Schlüsselmoment gab es nicht, aber während meiner ersten Erfahrungen in der Pflege wurde mir bewusst, wie sinnstiftend diese Aufgabe ist. Menschen in wichtigen Lebensphasen begleiten zu dürfen, hat mich tief beeindruckt. Rückblickend weiss ich: Es war genau die richtige Entscheidung.
Das Wohn- u. Pflegezentrum Berntor – ein Ort der Begegnung
Was ist typisch Berntor? Was spürt man sofort, wenn man das Haus betritt?
Ich denke, man spürt sofort die herzliche und familiäre Atmosphäre. Das Berntor ist ein Ort der Begegnung, an dem Menschen gesehen und ernst genommen werden. Uns ist wichtig, dass sich Bewohnende, Angehörige und Mitarbeitende willkommen fühlen.
Was macht das Berntor für Bewohnende und ihre Angehörigen besonders?
Wir verbinden professionelle Pflege mit Menschlichkeit. Wir nehmen uns Zeit, die Menschen kennenzulernen und ihre individuellen Bedürfnisse zu verstehen. Gleichzeitig beziehen wir Angehörige bewusst mit ein und pflegen einen offenen und vertrauensvollen Austausch.
Was gute Pflege ausmacht: Der Solviva-Care-Claim «Wir sind Pflege»
Was bedeutet für dich gute Pflege?
Gute Pflege bedeutet für mich, den Menschen als Ganzes zu sehen – nicht nur seine gesundheitliche Situation. Sie beginnt mit Zuhören und zeigt sich oft in den kleinen Dingen: in einem Gespräch, einer aufmerksamen Geste oder darin, Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln.
«Wir sind Pflege» – was bedeutet dieser Satz für dich persönlich?
Pflege ist für mich weit mehr als ein Beruf – sie ist eine Haltung. «Wir sind Pflege» bedeutet, Verantwortung zu übernehmen, füreinander da zu sein und Menschen mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen. Diese Haltung prägt unser tägliches Handeln.
Begegnungen, die bleiben
Gibt es einen Moment aus deinem Berufsalltag, der dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Es sind oft die leisen Momente, die lange bleiben. Wenn eine Bewohnerin oder ein Bewohner nach einer schwierigen Zeit wieder Lebensfreude zeigt oder Angehörige sich für die Begleitung eines geliebten Menschen bedanken, wird mir immer wieder bewusst, wie wertvoll unsere Arbeit ist.
Was würdest du Menschen sagen, die überlegen, ins Berntor zu ziehen oder einen Angehörigen bei uns wohnen zu lassen?
Ich würde ihnen empfehlen, uns kennenzulernen und sich selbst ein Bild zu machen. Vertrauen entsteht durch Begegnungen. Wer unser Haus erlebt, spürt schnell, mit welcher Haltung wir unsere Bewohnenden begleiten.
Ein Blick nach vorne
Wenn du an die Zukunft des Berntors denkst: Was wünschst du dir für die Menschen, die hier leben?
Ich wünsche mir, dass sie sich bei uns weiterhin geborgen und respektiert fühlen und das Berntor als ihr Zuhause erleben. Dass wir ihnen Gemeinschaft, Sicherheit und eine individuelle Begleitung bieten können – unabhängig von ihrem Alter oder ihren Bedürfnissen.
Berntor in drei Worten
Herzlich.
Weil bei uns der Mensch im Mittelpunkt steht.
Vertrauensvoll.
Weil Beziehungen und Verlässlichkeit die Grundlage unserer Arbeit sind.
Lebendig.
Weil hier täglich Begegnungen stattfinden, die das Haus mit Leben füllen.
Die Redaktion bedankt sich für das Interview bei Nadine Krüger.